Gruppentherapie Somatoformer Schmerz und Fibromyalgie

Schmerzzentrum

Sprecher:
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürgen Schüttler
Prof. Dr. med. Dr. h. c.  Stefan Schwab

Schmerz beeinflussen können, ihm nicht ausgeliefert sein, seine Funktion verstehen

Viele Patienten mit „Ganzkörperschmerz“ oder „Weichteilrheuma“ sind seit Jahren auf der Suche nach einer „richtigen Diagnose“ , nach „eindeutigen medizinischen Befunden“ sowie Verständnis und Akzeptanz bei Ärzten und Angehörigen. Viele haben das Wort „Simulant“ schon gehört und zweifeln allmählich nicht nur an der Medizin und den Ärzten, sondern auch an sich selber und ihren Empfindungen. Das Selbstwertgefühl wird immer kleiner, der Schmerz, die körperliche Einschränkung und die Probleme (privat, sozial und beruflich) immer größer.

Es ist erwiesen, dass Schmerz und Stress im Gehirn ähnlich verarbeitet werden. Gerade bei Personen mit körperlich nicht vollständig zu erklärendem Schmerz scheint im Gehirn eine „Stressverarbeitungsstörung“ vorzuliegen. Diese bewirkt, dass Belastungen körperlicher oder psychischer/ seelischer Art (in Vergangenheit oder Gegenwart) zu wenig bewusst empfunden, vom Körper aber als Schmerz ausgedrückt werden. Somatoforme Schmerzen und bestimmte Formen der Fibromyalgie werden heute durch ein sogenanntes „multimodales Programm“ behandelt, d.h. es wird das Problem ganzheitlich aus körperlicher und psychischer Richtung angegangen:  

Alle Therapiebausteine finden als Gruppentherapie statt, da dies bewiesenermaßen die Wirksamkeit der Therapie steigert. Selbstwert- und Beziehungsstörungen, die fast immer mit chronischen Schmerzen verbunden sind, können so besser erkannt, behoben und ein anderes Verhalten eingeübt werden. Ein Schwerpunkt ist das Erlernen neuer Strategien zur Konfliktbewältigung.  

Gründliche Diagnostik als Voraussetzung einer erfolgreichen Therapie

Vor Aufnahme in das Gruppenprogramm für somatoforme Schmerzstörungen und Fibromyalgie überprüfen wir im Rahmen einer umfassenden interdisziplinären Diagnostik, ob alle erforderlichen und sinnvollen medizinischen Untersuchungen bei Ihnen durchgeführt worden sind. Bei Bedarf können zusätzliche diagnostische Maßnahmen ergänzt werden. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Diagnostik auf der körperlichen Ebene meist sehr ausführlich betrieben wurde, eine Diagnostik der seelischen und sozialen Aspekte jedoch noch vervollständigt werden muss.

Vor Teilnahme an unserem Gruppenprogramm werden wir Sie dazu mehrmals einzeln einbestellen, gegebenenfalls mit einer wichtigen Bezugsperson, z.B. Partner(in), Kindern, Eltern, Freund(in). Chronischer Schmerz beeinflusst immer auch die gesamte Familie und das persönliche Umfeld. Auch für die Angehörigen ist es bedeutsam zu wissen, wo und von wem die Patienten 6 Monate lang betreut werden und welche Programminhalte vorgesehen sind.

Behandlungselemente und Behandlungsrahmen

Da einzelne Therapieverfahren bei somatoformen Schmerzen in der Regel nicht wirksam sind, setzen wir in unserem Programm verschiedene Therapien in einem erprobten Gesamtkonzept ein, um den Körper und die Psyche im Sinne einer Einheit zu behandeln.

Behandlungselemente

  • Psychodynamisch-Interaktionelle Gruppentherapie
  • Entspannungstraining
  • Medizinische Trainingstherapie Patientenschulung und Wissensvermittlung zum Thema chronischer Schmerz
  • Medizinische Betreuung

Ablauf

Die Therapie findet in einer Gruppe von 8 Patienten statt. Die Patienten beginnen und absolvieren die Therapie gemeinsam. Das bietet Ihnen die Möglichkeit, in einer vertrauensvollen Atmosphäre mit anderen Betroffenen Erfahrungen auszutauschen und gegenseitige Unterstützung zu erfahren.

Das Therapieprogramm orientiert sich an psychosomatischen Behandlungskonzepten und umfasst bis zu etwa 40 ganztägige Behandlungstage.

Terminvereinbarung

 

 
Kontakt

Schmerzzentrum

Krankenhausstraße 12
91054 Erlangen

Sekretariat:

Telefon: 09131 85-32558
Fax: 09131 85-32546
E-Mail: schmerzzentrumatuk-erlangen.de

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